Samstag, 3. Mai 2008

Gedankenfetzen in der Nacht

Es ist fast vier Uhr morgens.
Ich lag schon seit einer Stunde wach im Bett. Konnte nicht mehr schlafen.
Jetzt sitze ich hier und die Gedanken springen in meinem Kopf hin und her...

Ich stehe am Fenster und schaue auf die Kreuzung. Es ist kein Mensch zu sehen. In keinem der vielen Fenster drumherum scheint Licht. Das ist irgendwie gruselig.

Ich denke an die Arbeit. Habe im Kopf all die vielen Dinge die ich erledigen muss. Nehme mir vor gleich am Montag etwas ganz bestimmtes zu tun. Überlege, welche Aufgaben ich jemand anderes übernehmen lassen kann um mich unterstützen zu lassen.

Ich denke an den Mann der einen Raum weiter im Bett liegt und schläft.
Der ständig meine Nähe sucht, der meinen Halt braucht. Der mich von Herzen liebt und dessen Leben ich positiv verändert habe und der sich gerade daran gewöhnt.
Der Mann, den ich auch liebe. Und doch habe ich wahnsinnige Angst vor der Zukunft mit ihm.
Kann er mir die Geborgenheit und die Sicherheit geben die ich brauche? Die ich gewöhnt war zu haben? In den letzten Monaten war ich viel "ich allein". Ich musste selbständiger sein, Dinge allein erledigen. Ich war 11 Jahre lang "ein Paar"; Dinge wurden zusammen oder vom Mann erledigt. Jetzt werde ich dazu angehalten selbständiger zu sein und das fällt mir schwer.

Ich denke an den Liebsten aus dem alten Leben. Hat er meine Email vom Donnerstag schon gelesen? Die Email in der ich mein Herz ausschüttete? Die Email, die ihn sicher verwirrt und verzweifeln lässt. Alle paar Stunden schaue ich ins Postfach in der Erwartung auf Antwort. Doch welche Antwort erwarte ich eigentlich?

Ich denke daran dass ich mir die Haare schneiden lassen müsste.
Ich überlege, was ich nächste Woche kochen könnte.
Ich fürchte dass meine Omi dieses Jahr nicht überlebt.
Ich wünschte, ich könnte offener mit meinem Vater reden.
Ich denke darüber nach einen Apfel zu essen.
Heute ist ein großes Fest im Heimatort; und ich bin nicht dabei.
Ich denke ans Bootfahren und dass ich das nicht so bald wieder erleben werde.
Ich verzweifle am Gedanken daran wie mein Leben weiter gehen soll.
Emotional bin ich gerade ein Wrack.
Und stündlich wechselt meine Einstellung.

Ich geh wieder ins Bett.

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